Lernmomente aus der Übersetzungsarbeit

 In Guinea

Lina und Jakob sind wieder in Guinea angekommen und konnten in den vergangenen Tagen bedeutende Fortschritte in der Übersetzungsarbeit erzielen. Lina hat mit der Übersetzung von 1. Samuel begonnen und bereits einen Erstentwurf von 363 der insgesamt 811 Verse fertiggestellt. Die letzten Tage waren geprägt von konzentriertem Arbeiten und guter Zusammenarbeit im Team.

Beobachtungen aus Kapitel 13 und 14

Während der gemeinsamen Arbeit an Kapitel 13 entstand ein bemerkenswerter Austausch mit den einheimischen Helfern. In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie Saul und seine Soldaten voller Furcht die Philisterarmee sehen, viele zu fliehen beginnen und Saul angespannt in Gilgal auf Samuel wartet, der nicht zur vereinbarten Zeit erscheint. Saul entscheidet sich daraufhin, selbst das Opfer darzubringen.

Einer der Helfer äußerte sofort die Frage, ob dies nicht ein Fehler gewesen sei. Diese spontane Beobachtung zeigte, wie aufmerksam und kritisch die Helfer den Text mitverfolgen. Gleichzeitig bot sich ein interessanter kultureller Einblick: Pünktlichkeit ist nicht in erster Linie ein geistliches Kriterium, sondern oft eher ein kultureller Wert. Der Text macht deutlich, dass Sauls Missgriff nicht an der Uhrzeit lag, sondern an seinem mangelnden Vertrauen und Gehorsam.

In Kapitel 14 setzte sich dieser Eindruck fort. Saul wollte vor einer Schlacht zunächst die Bundeslade holen lassen, um Gott zu befragen, änderte jedoch seine Entscheidung und zog ohne Gottes Rat in den Kampf. Wieder kommentierte ein Helfer, dass Saul erneut einen Fehler begehe. Als Saul kurz darauf einen unbedachten Schwur aussprach, stellte derselbe Helfer fest, dass der König einen Fehler nach dem anderen mache und fragte: „Wo ist Samuel? Der König macht einen Fehler nach dem Anderen, er muss ihm doch erklären, was er machen soll.“

Ein Ausschnitt aus ihrem Dialog:

Lina fragte: „Erinnert ihr euch, wann Samuel das letzte Mal mit Saul gesprochen hat?“

Der erste Helfer antwortete: „Ja, als der König das Opfer selbst gebracht hat. Da sagte er ihm, dass es nicht gut war.“

Lina fragte weiter: „Was hat Samuel Saul gesagt, was Yahwe deswegen entschieden hat?“

Der erste Helfer erwiderte: „Yahwe hat einen anderen Mann ausgesucht, König zu sein. Aber Nëmot (Lina), das war doch nur ein Fehler!“

Ein zweiter Helfer murmelte leise: „Yahwe schiebt ihn beiseite nur wegen diesem Fehler?“

Der dritte Helfer sagte mit fester Überzeugung: „Ich sage euch, früher war das so. Jetzt ist das nicht mehr so.“

Lina erwiderte: „Ist das denn wirklich heute anders als früher?“

Der zweite Helfer entgegnete: „Wie soll es anders sein? Ändert Yahwe seine Art?“

Der erste Helfer fügte hinzu: „Yahwe kann nicht mit jemandem zusammen sein, der nicht rein und sauber ist. Das ist hart.“

Vor allem der erste Helfer wirkte niedergeschlagen, und es entstand eine nachdenkliche Pause.

 

Auch wenn wir sofort betonen möchten, dass Gott voller Bereitschaft ist, Fehler zu vergeben, ist es wichtig, dass jeder Mensch erkennt, wie ernst Gott es meint, wenn er zur Reinheit und Aufrichtigkeit aufruft. Kein Mensch kann aus eigener Kraft rein und akzeptabel vor Gott werden.

Gebetsanliegen

Wir freuen uns, wenn ihr besonders für unsere Helfer betet: dass sie verstehen dürfen, dass sie durch menschliche Anstrengung allein nie rein genug sein können, sondern dass ihre Hoffnung allein in Gottes Gnade liegt.

 

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