Auf Gott kommt es an

 In Afrika

Vor zwei Jahren kaufte ich eine Bananenstaude und pflanzte sie ein. Sie war damals noch ein kleines, niedliches Pflänzchen. Sie wuchs immer größer, und im vergangenen Jahr konnte ich ihre reiche Ernte genießen und mit anderen teilen.

Bananenstauden tragen nur einmal Früchte. Danach schneidet man die Staude zurück. Während sie wächst, bildet sie jedoch gleichzeitig kleine Ableger. Als ich deshalb im vergangenen Jahr meine erste Bananenstaude zurückschnitt, hatte ich bereits fünf kleine Bananenstauden, die weiterwuchsen.

Mittlerweile tragen zwei davon Bananen. Die erste hat 91 Bananen, und die zweite, die auf dem Bild zu sehen ist, ungefähr genauso viele. Erst heute Morgen habe ich entdeckt, dass auch die dritte Bananenstaude gerade anfängt, Bananen zu bilden! Schon bald werde ich also jede Menge Bananen haben, die ich selbst essen und mit anderen teilen kann.

Beim letzten Zählen hatte ich durch all die neuen Ableger inzwischen mindestens zehn Bananenstauden, die bei mir wachsen.

Das erinnert mich an 1. Korinther 3,5–8, wo Paulus sagt:

Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.

Ich habe sehr wenig dafür getan, mir die Früchte all dieser Bananenstauden in meinem Garten zu „verdienen“. Gott ist es, der sie wachsen und Frucht tragen lässt.

Und genauso ist es auch bei meiner Arbeit hier. Ich bin hier und beschäftige mich mit den Aufgaben, die der Herr mir gibt. Doch immer wieder werde ich daran erinnert: Wenn daraus bleibende Frucht entsteht, dann wird das sein Werk sein und nicht meines.

Ich tue das, was Er mir vor die Füße legt – sei es Übersetzungsarbeit (hurra!), Diskursanalyse, Grammatikstudium, Arbeit am Wörterbuch, das Erstellen eines Leitfadens für die Orthografie, Besuche, die Teilnahme an Hochzeiten und Beerdigungen, das Schieben einer alten Dame im Rollstuhl, Kontakte zu Pastoren und anderen Gläubigen, die Unterstützung von Teams, die weit von hier entfernt arbeiten, oder was auch immer Er mir an einem bestimmten Tag aufträgt.

Aber ich weiß, dass all diese Dinge allein nicht dazu führen werden, dass unter „meiner“ Volksgruppe eine lebendige und wachsende Gemeinde entsteht. Nur der Geist Gottes kann das bewirken.

Darum möchte ich euch bitten, gemeinsam mit mir dafür zu beten, dass der Geist Gottes unter meiner Volksgruppe wirkt und dass Er sich aus dieser Volksgruppe ein Volk für sich selbst erweckt.

Betet darum, dass Er die Wahrheit des Evangeliums in den Herzen der Menschen wachsen lässt – so wie ich und andere pflanzen und begießen, während Er das Wachstum schenkt.

Mein Gebet ist oft, dass ich noch mit eigenen Augen eine lebendige und wachsende Gemeinde sehen darf. Und ich bete, dass Gott in seiner Gnade die kleinen Dinge, die ich hier tue, irgendwie als Teil des Prozesses gebraucht, durch den Er diese Gemeinde entstehen lässt.

Vielen Dank für eure Gebete!

S., Westafrika

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